Ich werde alt. Und vergesslich. So wieder festgestellt vergangenen Samstag.
Aber fangen wir am Freitag an. Frohen Mutes parkt HerrGpunkt sein Automobil nachmittags in der Geburtsstadt nahe der Kirche, wo er einst getauft, heiligkommunioniert und gefirmt wurde. Ein einladender Großparkplatz, der für zwofuffzich am Tag erschwinglich, und auch noch zentrumsnah gelegen ist. Bestens gelaunt sehe ich einem angenehmen Abend mit leckerem Essen, gutem Wein und netter Begleitung entgegen. Aber auch der schönste Abend ist irgendwann vorbei, aber macht ja nichts, das Wochenende fängt ja erst an!
Der Samstag beginnt wettertechnisch zwar trübe, aber was solls, es geht mir gut. Nachdem die erste Tasse Kaffee im Bett genossen wurde, schlepp ich mich langsam unter die Dusche und geh im Hinterkopf so den Morgen durch:
...Mehr Kaffee.... auf den Markt zum Gemüse shoppen.... noch mehr Kaffee... dann Fahrt nach XXX....
Als sich in meinen grauen Zellen das Auto mit dem Markt mischen, bekomm ich einen mittelschweren Schreikrampf!
Ich Depp hab auf dem Marktplatz geparkt!
Obwohl ich schon als sechsjähriger von meiner Mutter auf diesem seit Jahrhunderten stattfindenden Obst-Gemüse-Markt geschleppt wurde, und dort auch fussballfeldgroße Schilder aufgestellt sind, mit dem Hinweis, daß jeder erschossen wird, der bis Samstag morgen Punkt Sechs Uhr sein Fahrzeug nicht von dort entfernt hat!
Aber was soll ich machen, ich brauch das Gmobil!
Innerhalb von 12 Sekunden also fertiggeduscht, abgetrocknet, zahngereinigt, angezogen und schon war ich aus dem Haus Richtung ... Sie wissen schon.
Da stand er also.
Etwa wie der Hauptgewinn einer Tombola beim Schützenfest.
Mittendrin halt.
Dazu ist er noch Rot.
Umgeben von hübsch aufgebauten Tomaten, Kartoffeln, Karotten, aber auch Äpfeln und Birnen, die fast bis an die Stossstange reichen, vorne und hinten. Die örtlichen Bauern haben sich nicht stören lassen, mein Auto wurde einfach in den Marktstand integriert.
An meinem blöden Gesichtsausdruck hat die Frau Bäuerin, heute rechtmässige Landbesitzerin auf meinem Parkplatz, mich sofort erkannt.
"Isch des Iiiihhrer?" schallt es quer durch die Menge.
"Äh, joo." hauche ich kleinlaut zurück.
Ihre Antwort erspare ich Ihnen jetzt.
Trotzdem durfte ich mein Auto aus dem Bazar befreien, und bin dann quer durch die Menge im Schneckentempo geflüchtet. Mein Gesicht etwa in Wagenfarbe.
Das Positive:
Die Generalmarktoberaufseherin hat mich zwar angezeigt, aber das angeforderte Abschleppfahrzeug kam dann doch nicht, weil an diesem morgen einfach keins frei war.
Hä! Hähä!